Zeichnung aus Österreich - zur Ausstellung "Zeichnung in den Raum"

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Dagegen suggeriert die prachtvolle, energische, hedonistische, sinnliche Welt des jungen Künstlers Gerold Tusch die Grenzenlosigkeit eines vitalen, sich befreienden, freudvollen Expansionismus, welcher nicht mit der Tradition von avantgardistischen, utopischen Expansionsobjekten, sondern eher mit den poetischen Strategien der Entfaltung der radikalen Phantasie zu tun hat. Die virtuosen Zeichnungen von Gerold Tusch weisen eine machtvolle, ornamentale, sinnliche Dekorativität auf, welche auch mit der Tradition des österreichischen Barocks, mit dem Art Nouveau und mit den diversen Schulen des dekorativen, exotischen Expressionismus – wie gewisse Bildzyklen von Emil Nolde – verbunden sind. Die monumentalen Wandobjekte von Gerold Tusch vergegenständlichen seine Zeichnungen in der Materie der glasierten Keramik als gigantische dreidimensionale Wandzeichnungen, die die Wandfläche füllen und mit ihrer suggestiven, expressiven Kraft dominieren. Gerold Tusch’s Keramik-Zeichnungen führen die Linearität seiner Zeichnungen unmittelbar auf die Wand, in den raum weiter.

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Lorand Hegyi, im Katalog "Du desin dans l'space" Musée d'Art Moderne et Contemporain de Saint Etienne, 2015